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Sonnenwärmeanlagen brandsicher und langlebig betreiben

Wird der Stillstand von dachintegrierten Kollektoren zum Problem?

Sonnenwärme-Anlagen produzieren in Schönwetterperioden oft viel mehr Energie als ihre Speicher aufnehmen können. In der Folge schaltet sich die Anlage bei gefülltem Speicher ab. Der Solarkollektor heizt sich dann bis zu dem Temperaturpunkt auf, an dem er die Solarenergie wieder abstrahlen kann. Ein BUSO-Solarabsorberblech erreicht in diesem Fall bis zu 187°C, die maximale Lufttemperatur im Kollektor liegt bei ca.130 °C. Solche Stillstandstemperaturen hatte man bisher als völlig unkritisch angesehen, da sie weit unterhalb der Zündtemperatur von Holz liegen. Es gibt aber nun den Verdacht, dass der Anlagenstillstand  im Zusammenhang mit einer wachsenden Anzahl von mysteriösen Dachstuhlbränden  steht. Dabei scheint der Einfluss der Solaranlage nur mittelbar zu sein. Offensichtlich entstehen die Brände  nicht in den Kollektoren, sondern dahinter bzw. in deren Nähe. Vermutlich handelt es sich um ein bisher in der Brandforschung kaum erforschtes paradoxes Phänomen, dass sich Holz durch Darrtrocknung (Desorption) bis nahe an 0% Holzfeuchte in einen Sorptions-Energiespeicher verwandelt. Dieser kann  sich bei Rückbefeuchtung (Kondensation Luftfeuchtigkeit bei Abkühlung, Adsorption) sekundenschnell entladen. Einfacher gesagt, das Problem scheint das Eindringen besonders heißer und trockener Luft in den Dachstuhl zu sein. Weitere Vermutungen bestehen zu Wechselwirkungen mit bituminierten Dachbaustoffen und unperfekt isolierten Rohrleitungen im Dachstuhl, welche partielle Maximal-Austrocknungen verursachen können.  Dachintegrierte Kollektoren (auch solche mit Holzrahmen) wurden schon seit ca. 40 Jahren eingesetzt. Die Brandprobleme tauchen aber erst seit wenigen Jahren auf.

Es scheint sich also auch um ein eskalierendes Phänomen des Klimawandels zu handeln. Allein im heißen Juni 2019 sind 5 Dächer (von insgesamt ca. 15.700 ) mit BUSO-Anlagen In Brand geraten. Seit Jahresbeginn waren aber auch eine Vielzahl Dachstühle mit Solaranlagen anderer Hersteller betroffen, teilweise auch mit  bei Dachintegration seltener eingesetzten Aluminiumrahmenkollektoren.

Solardach


Sofortmaßnahme – Personenschäden verhindern, das Schadensrisiko begrenzen

Bitte beachten Sie aber insbesondere bis zur Umsetzung eines sicheren Betriebs-Konzeptes  die folgenden Sicherheitshinweise, soweit bei Ihnen ein solches Indach-System installiert ist. Glücklicherweise sind die bisher bekannten Brandfälle wohl ohne Personenschäden ausgegangen. Dies hat zum Einen damit zu tun, dass die anfänglichen Schwelbrände tagsüber mittags (Ostdächer), nachmittags (Süddächer) oder in den frühen Abendstunden (Westdächer) ausgebrochen sind. Teilweise waren die Bewohner auch im Urlaub oder anderweitig außer Haus. Die Rauchgase sind für Nachbarn sichtbar außen ausgetreten. Im Haus befindliche Personen konnten so rechtzeitig gewarnt werden. Es ist aber zu erwarten, dass es ohne Vorsichtsmaßnahmen und unter ungünstigeren Umständen auch zu Personenschäden kommen kann.Beispielsweise könnten giftige Gase eines Schwelbrandes natürlich auch im Haus austreten. 

Wir empfehlen, in jedem Fall Rauch- und Kohlenmonoxid-Melder an geeigneter Stelle installiert zu lassen. Bitte treffen Sie zusätzlich nach den individuellen Bedingungen geeignete Vorsorge gegen Personenschäden. Auf gar keinen Fall sollte die Anlage abgeschaltet werden, dies würde die Problematik enorm verschärfen. Wenn Sie die Anlage sofort außer Betrieb nehmen wollen, müssen Sie diese bis zur Demontage mit Planen beschatten lassen.

Hier erfahren Sie mehr über die langfristigen Lösungen